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Modellvorhaben

Wie Klimaanpassung mit Mitteln der grünen und blauen Infrastruktur möglich ist, zeigen gute Beispiele aus der Praxis.

Nachhaltiges Wohnkonzept im ländlichen Raum

© Anders Macht: Nachhaltiges Wohnkonzept „Kleiner Wohnen @ Land“.

Nachhaltiges Bauen trägt zu Klimaschutz und Klimaanpassung bei. In diesem Kontext führte die Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg das vom Bayerischen Umweltministerium geförderte Projekt „Kleiner Wohnen @ Land – Nachhaltiges Wohnkonzept im ländlichen Raum“ durch. Im Reallabor wurden Erfolgsfaktoren und Hemmnisse beim Schaffen platzsparender, ressourceneffizienter und sozialer Wohnformen erforscht.

Auf einer innerörtlichen Grünbrache in Redwitz a. d. Rodach war ein neues Baugebiet geplant. Für dieses Gelände entwickelten Studierende der Hochschule Coburg Konzepte alter-nativer Wohnformen. Sie hoben sich deutlich von üblichen Einfamilienhausgebieten mit hohem Flächenverbrauch ab. Im Fokus standen Lösungen für junge Familien sowie Ein- und Zweipersonenhaushalte mit einer deutlich reduzierten Wohnfläche im Vergleich zur klassischen Bauweise; das Konzept setzte auf gemeinschaftsorientiertes Wohnen als Genossenschaft. Grundlage für das Realprojekt war der studentische Entwurf „Trihouses“ aus vier modularen Gebäudeclustern mit flexiblen Grundrissen unterschiedlichster Größen. Die Planung berücksichtigte den vorhandenen Naturraum mit altem Baumbestand. Für naturnahes Wohnen wurde auf große Bauvolumina verzichtet – bei zugleich minimaler Flächenversiegelung.

Die Baugesellschaft RAAB unterstützte die Gemeinde als erfahrene Praxispartnerin und zukünftige Bauherrin. Sie wird bei überschaubarer Größe und Vergleichbarkeit der vier Gebäude die Verwendung innovativer und ökologisch interessanter Baustoffe und Konstruktionsweisen testen. Der Baubeginn erfolgte Ende Januar 2026.

Das Projekt zeigt: Eine nachhaltige Bebauung abseits der Norm für mehr Natur- und Klimaschutz, Flächensparen und die Möglichkeit einer flexiblen Nutzung wie Mehrgenerationenwohnen oder bedarfsweise änderbare Wohnungsgrößen ist möglich. Voraussetzungen dafür sind der politische Wille der Gemeinde, ein innovationsorientierter Projektentwickler und kompetente Unterstützung in der Leistungsphase 0 – und zu guter Letzt Wohninteressenten, die offen sind für Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und suffizientem Lebensstil.


Begleitforschung „Klimaanpassung im Wohnungsbau"

Urheber: © Zentrum Stadtnatur und Klimaanpassung (ZSK)

Das bayerische Bau- und Umweltministerium haben sich vor einigen Jahren für die Auslobung eines Modellvorhabens im Experimentellen Wohnungsbau zusammengeschlossen. Gemeinsam wollten sie damit einen klimaangepassten Wohnungsbau unterstützen und gute Beispiele anregen.
Die Anpassung von Gebäuden an sich ändernde Klimabedingungen wird oft als zusätzliche Belastung gesehen. Im Forschungsprojekt wurden die Planung und Umsetzung von ausgewählten Modellprojekten im geförderten Wohnungsbau wissenschaftlich begleitet. Ziel war es, Kosten und Nutzen von Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung unter Berücksichtigung von Nebeneffekten wie Gesundheits- und Umweltkosten zu bewerten. Dabei war die Betrachtung der langfristigen Wirtschaftlichkeit maßgeblich.
Die untersuchten Maßnahmen umfassten Baumerhalt und -pflanzung, Bodenbeläge im Außenraum, Versickerungsanlagen, Dach- und Fassadenbegrünung sowie Sonnenschutz. Um deren Bezahlbarkeit zu bewerten, wurden Kosten sowie Nutzen für Mensch und Umwelt über den gesamten Lebenszyklus gegenübergestellt. Das Ergebnis ist: Selbst bei höheren Investitionskosten überwiegen langfristig wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile.
Die Broschüre „Bezahlbar klimagerecht bauen“ unterstützt Kommunen, Bauverantwortliche und Planende, Maßnahmen zu Klimaanpassung und Klimaschutz im Wohnungsbau zu identifizieren. Denn nur beim frühen Einbeziehen der Maßnahmen in den Planungsprozess kann die Umsetzung erfolgreich gelingen. Die dargestellten Kosten-/Nutzenbetrachtungen sind wertvolle Argumentationshilfen für die Berücksichtigung von Klimaanpassungsmaßnahmen.


Landschaftsplanung in Bayern

Untereinander stehen die Worte Landschaftsplanung Kommunal Innovativ. Diese sind optisch von Strichen eingerahmt und stellen das Logo des nahezu gleichnamigen Projektes dar.

Das Projekt „Landschaftsplanung in Bayern – kommunal und innovativ“ unterstützt sechs ausgewählte Städte und Gemeinden fachlich in der Landschaftsplanung und bei der Entwicklung individueller Kommunikations- und Beteiligungskonzepte. Für eine bayernweite Übertragbarkeit werden die im Projektverlauf gesammelten Erfahrungen aus den Partnerkommunen aufbereitet. Die folgenden Partnerstädte legen in ihrer Landschaftsplanung den Fokus besonders auf Klimaanpassung sowie grüne und blaue Infrastruktur:

Stadt Bamberg - Steckbrief
Multifunktionale Flächennutzung im Kontext urbaner Klimaresilienz
Stadt Penzberg - Steckbrief
Blaugrüne Adern durch die Stadt: Biotope vernetzen – Natur begreifen – Synergien schaffen
Stadt Selbitz - Steckbrief
Schwammflur – Mit dem kommunalen Landschaftsplan frühzeitig gegen Starkregen und Hochwasser wappnen

Das Projekt wird gemeinsam von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt im Zeitraum von 2021 bis 2025 durchgeführt. Der „Zweite Landschaftsgipfel“, der zugleich die Abschlussveranstaltung ist, wird am 07. Oktober 2025 als Prä-senzveranstaltung im Presseclub Nürnberg stattfinden.

Weiterführende Informationen